Vereinsgeschichte
Werfen
wir einen Blick auf Entstehung und Entwicklung des KK-Sports. Seine
Ursprünge finden sich um die Jahrhundertwende in England. Nach den
Burenkriegen versuchte die englische Regierung durch Gründung von
KKS-Vereinen die Schießfertigkeit zu heben. Bei den 1908 in England
stattfindenden Olympischen Spielen wurde das KK-Schießen ins olympische
Programm aufgenommen und 1912 bei den Olympischen Spielen in Stockholm
wird bereits ein Einzel- und Mannschafts- wettbewerb auf 50 m
ausgetragen.
In Deutschland wurde das KK-Schießen nach dem Ersten
Weltkrieg heimisch. Wie nach dem Zweiten Weltkrieg das Luftgewehr, so
eroberte sich damals wegen der wirtschaftlichen Misere und politischer
Auflagen der Siegermächte, das KK-Gewehr die bisher von den
großkalibrigen Waffen gehaltene Position in den Vereinen, oder ließ
neue Vereine entstehen.
1922 bei der Austragung der Deutschen
Kampfspiele wurde das Schießen allgemein als Sport anerkannt. Unter
dieser Voraussetzung konnte der KK-Sport eine stetige
Aufwärtsentwicklung nehmen. Als erste schießsportliche Organisation
betrieb das „'Deutsche Kartell für Jagd- und Sportschießen" das
KK-Schießen.
1925 gründete sich der "Reichsverband deutscher
Kleinkaliberschützenverbände". Er entwickelte sich, durch Unterstützung
der ebenfalls das KK-Schießen betreibenden Kriegsverbände
"Kyffhäuserbund" und "Stahlhelm", zur zahlenmäßig stärksten
Organisation der KK-Schützen.
Während das Kartell das KK-Schießen
auf rein sportlicher Grundlage betrieb, setzte sich der Reichsverband
nach Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht die vormilitärische
Ausbildung der Jugend zum Ziel. Die älteste deutsche
Schützenorganisation, der 1861 gegründete "Deutsche Schützenbund"
entschloß sich erst Anfang der 30er Jahre das KK-Schießen aufzunehmen.
Um Reibereien zwischen den 3 verschiedenen Spitzenorganisationen des
KK-Schießens auszuschalten, wurde 1926 für den KK-Sport die
"Reichsgemeinschaft für Kleinkalibersport" gegründet, die bis zur
Auflösung der 3 Verbände im Dritten Reich bestand.
Waren die Schützengesellschaften vor 1914 wegen der teueren Anschaffung von Waffen und Munition vorwiegend für vermögende Bürger reserviert, so erlaubte es das KK-Schießen wegen der billigeren Waffe und Munition sowie der einfachen Schießstandanlage von breiten Schichten der Bevölkerung ausgeübt zu werden. Wie zahlreiche andere Vereine, verdankt auch der KKS 1927 dieser Bewegung seine Gründung. Wie bereits erwähnt, betrieben auch die Kriegervereine KK-Schießen. Die Schützenabteilung des Kriegervereins Oftersheim nahmen sich damals die Plankstädter Bürger Fritz Ochs und Fritz Wacker zum Vorbild. Sie gründeten mit 15 anderen Bürgern am 29.10.1927 den KKS Plankstadt. Die Namen der Gründungsmitglieder sind:
| Ochs, Fritz | Renkert, Karl | Wiest, Adam |
| Wacker, Fritz | Kolb, Fritz | Heid, Heinrich |
| Saam, Fritz | Briegel, Anton | Ochs, Karl |
| Ochs, Georg | Ochs, Heinrich | Schuhmacher, Albert |
| Zimmer, Hermann | Neidig, Martin | Würslin, Karl |
| Grimm, Johann | Treiber, Valentin |
Als erste Vorstandschaft wurden gewählt:
1. Vorstand Zimmer, Hermann
2. Vorstand Würslin, Karl
Schatzmeister Renkert, Karl
Schriftführer Wacker, Fritz
Hauptschießleiter Kolb, Fritz
Da eine Schießanlage in Plankstadt noch nicht vorhanden war, mußte der Schießbetrieb auf den Ständen im Pleikartsförsterhof stattfinden. Aber schon im Gründungsjahr reichte der Vorstand die Baupläne für eine Schießanlage bei den Behörden zur Genehmigung ein, Das benötigte Gelände wurde vom Hirschwirt und Mitglied des Vereins, Heinrich Heid, gegen Pacht zur Verfügung gestellt. Für den.Bau der Schießanlage wurden 3000 RM veranschlagt. Mit Hilfe des damaligen Ratschreibers, Jakob Neidig, erhielt der Verein ein Darlehen von 3000 RM, das auf Schuldscheine zu je 1000 RM ausgestellt war. Folgende Schützen übernahmen für 2 Jahre die Darlehensscheine:
Zimmer, Hermann 1000 RM Bürgen: Würslin, Karl; Kolb, Fritz
Wiest, Adam 1000 RM Bürgen: Wacker, Fritz; Treiber, August
Heid, Heinrich 1000 RM Bürgen: Renkert, Karl; Saam, Fritz
Zur nochmaligen Rückendeckung dieser Schuldner und Bürgen unterzeichneten die restlichen Schützenkameraden Burgscheine im Werte von 200 RM. Am 28. September 1928 wurde der Schießbetrieb aufgenommen, Statt der vorgesehenen 3 wurden 6 Bahnen gebaut, wenn dadurch auch die veranschlagte Summe um 1500 RM überschritten wurde. Erster Vereinsmeister wurde Fritz Ochs. Um größere Schießwettbewerbe durchführen zu können, wurden 1929 weitere 6 Bahnen gebaut. Am 2. Juni 1929 konnte das Gauschießen als erste Großveranstaltung durchgeführt werden.
Die Wirtschaftskrise der 30er Jahre mit ihren Folgen brachte den Verein in schwere finanzielle Bedrängnis, Durch eine Verlängerung des Darlehensvertrages konnte der Vorstand diese Klippe umschiffen.
Sportlich brachten die Jahre 1930 — 1933 die ersten Höhepunkte. Im Wettkampf mit den Vereinen der näheren und weiteren Umgebung spielte der KKS Plankstadt eine hervorragende Rolle. Dies schlug sich auch in der Mitgliederzahl nieder, die 1934 auf 90 anstieg.
Mit Unterstützung des Bürgermeister Valentin Treiber und der Gemeinde Plankstadt wurde von Hirschwirt, Heinrich Heid, das Gelände für 560 RM käuflich erworben. Dieser Betrag wurde von der Gemeinde bis -zum 31.12,1944 zinslos zur Verfügung gestellt und nach dem Kriege dem Verein gänzlich erlassen. Ende 1943 waren die Verpflichtungen der Sparkasse gegenüber geregelt. Der Verein war schuldenfrei.
In den Vorkriegs- und Kriegsjahren zeichneten sich einige Schützenkameraden sportlich besonders aus, Hermann Grimm und Hermann Zimmer wurden zu Lehrgängen für die Olympischen Spiele berufen, Franz Berlinghof errang 1941 die Gaumeisterschaft und nahm im gleichen Jahr an der Deutschen Meisterschaft in Nürnberg teil. Talentierte Jungschützen waren Hermann Gund und Ernst Treiber, der deutscher Jugendmeister wurde.
Nach Kriegsende wurde der Verein verboten, Gewehre und Munition mußten abgeliefert werden, die Wallmauer und der Unterstand wurden von den Amerikanern gesprengt. Trotz dieser harten Beschränkungen und Schikanen, von denen sämtliche deutsche Schützenvereine betroffen waren, kamen bereits 1950 die Plankstädter Schützen zu einem ersten Treffen im Heidelberger Bahnhof zusammen. Am 10.12. 1951 wurde nach einer Versammlung von 35 Schützenkameraden im Gasthaus "Zum Stern" die Vereinstätigkeit wieder aufgenommen. Der Verein trat dem Badischen Sportschützen-Verband bei.
In den Jahren 1951 — 1953 erfolgte die, Konsolidierung des Vereins und der Wiederaufbau des Schießstandes. Das silberne Jubiläum wurde 1952 mit dem ersten öffentlichen Schießen nach dem Kriege begangen, Bald stellten sich,die ersten sportlichen Erfolge ein. Die Jungschützen errangen 1954 in Schwetzingen die "Badische Jugendmannschaftsmeisterschaft" mit der Mannschaft Otto Chladek Manfred Ruppert, Toni Weingärtner und Dieter Rühle. 1954 löste Franz Berlinghof den schwer erkrankten 1. Vorstand, Hermann Zimmer, ab, Mit ihm kam neuer Schwung in den Verein. Am 16.7.1957 wurde der Verein wieder ins Vereinsregister eingetragen. Zum 30jährigen Jubiläum 1957 war die Schießanlage wieder aufgebaut, das alte Schützenhaus renoviert. Das Jubiläum wurde in einem großen Zelt auf dem Gelände des KKS 1927 unter starker Beteiligung der Bevölkerung gefeiert. 94 Vereine und zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens waren erschienen.
Am 17.1.1958 verstarb der Ehrenvorsitzende, Hermann Zimmer. Unter großer Anteilnahme seiner Schützenkameraden aus der näheren und weiteren Umgebung wurde er auf dem Friedhof in Plankstadt zur letzten Ruhe gebettet. 1960 erfüllte sich ein langgehegter Wunsch: ein eigenes neues Schützenhaus; 2445 Stunden wurden für den ersten Bauabschnitt von den Schützen unentgeltlich geleistet. Am 29.4.1962 wurde der erste Teil des Schützenhauses in Anwesenheit von Bürgermeister Baust eingeweiht, 1962 knüpfte der Verein freundschaftliche Bande mit dem Schützenbataillon 1732 Schötmar/Lippe Detmold. Ein Musikzug mit 100 Schützen kam zu Besuch, Gegenbesuche folgten.
Im September 1965 konnte nach großem Arbeitseinsatz das Schützenhaus endgültig eingeweiht werden. In Anwesenheit von Bürgermeister Baust und des Gemeinderates übergab Oberschützenmeister, Franz Berlinghof, das neue Schützenhaus seiner Bestimmung.
Im Jahre 1966 erlitt der Verein einen schweren Verlust. Kurz nach Vollendung seines 60. Geburtstages starb der 1. Vorstand, Franz Berlinghof. Der Tod dieses tatkräftigen und idealistischen Vorsitzenden hinterließ im Verein, wie auch im Schützenkreis Schwetzingen, eine große Lücke. Nachfolger in Verein und Kreis wurde Harry Mäulen. Seine Bewährungsprobe bestand der neue Vorstand bei der Ausrichtung des 40jährigen Jubiläumsfestes mit Fahnenweihe am 29. — 31.7.1967.
Die Fahnenweihe am 29. Juli mit anschließendem Festbankett fand unter starker Beteiligung von Schützenabordnungen der näheren und weiteren Umgebung, Vertretern des Bad, Sportschützenverbandes, politischer und kommunaler Prominenz, sowie der Plankstädter Bevölkerung statt.
Der kirchlichen Weihe der Fahne durch Pfarrer Bender und einem besonderen Empfang der Schützenbrüder aus Schötmar folgte das abendliche Festbankett. Oberschützenmeister Mäulen gedachte in seiner Begrüßungsrede der verdienten Männer des Vereins. Der Schirmherr des Festes Prof. Wahl. und Festpräsident Bürgermeister Weick zeichneten in ihren Ansprachen ein Bild der Aufwärtsentwicklung des Vereins sowie der Tradition der Schützenbewegung. Das Festbankett umrahmten die Plankstädter Blaskapelle, der Waldhornbläserchor des KKS Plankstadt, der Spielmannszug aus Schötmar und die örtlichen Gesangvereine.
Landesschriftführer Gerhard Gund ehrte die Mitglieder Alois Mehr und Wilhelm Treiber mit der bronzenen Ehrennadel "Für Verdienste", Jakob Ochs und Hermann Grimm, jun. mit der silbernen, die noch lebenden drei Gründungsmitglieder mit der goldenen Ehrennadel.
Am Festsonntag zog ein stattlicher Festzug durch die geschmückten Straßen Plankstadts. Voran die Plankstädter Reiter. Es folgten viele Schützenabordnungen, wobei besonders die großen Abordnungen von Schötmar und Münchweiler auffielen. Inmitten des Zuges fuhren der Schirmherr des Festes, Prof. Wahl und der Festpräsident, Bürgermeister Weick, in einem Landauer. Abends im Festzelt spielte die Schwarzachtaler Trachtenkapelle auf. Glücklicher Gewinner eines schlachtreifen Schweines war Fritz Müller. Am Montag bereitete der Verein seinen zahlreichen Freunden ein buntes Unterhaltungsprogramm. Der Conferencier Fritz Mehr, die Osters und das Trio Roselli sorgten für eine ausgezeichnete Stimmung. Mit der Verlosung eines Rehbocks und einer Dankrede des Bürgermeisters Weick an den Verein schloß das in der Vereinsgeschichte des KKS herausragende Fest. Dem glänzenden Fest folgte der normale Schießbetrieb.
1968 traf den Verein ein schwerer Verlust. Die Vereinswirtin und Gönnerin des Schießsports, "Eichbaumwirtin" Adelgunde Berlinghof, verstarb.
1970 erreichte der KKS 1927 im Rahmen des Bundesschießens des Deutschen Schützenbundes einen ausgezeichneten 19. Platz.
Das Schießsportgelände wurde 1971 eingezäunt und mit einem eisernen Schiebetor versehen, um ungebetene Gäste fernzuhalten. Aus Sicherheitsgründen mußte eine zweite Hochblende aus Stahlbeton angebracht werden. Zusammen mit diesen Arbeiten wurde die Rückwand der 16 Luftgewehrstände erneuert.
1972 wurde der erste Bauabschnitt des Pistolenstandes abgeschlossen. Ein Schießhaus für 5 Präzisionspistolen und 5 Stand-Duelle standen damit den Pistolenschützen zur Verfügung. Auch diesmal wurden sämtliche Arbeiten durch den freiwilligen Arbeitseinsatz von Vereinsmitgliedern durchgeführt. Im selben Jahr wurden die Mitglieder. Im selben Jahr wurden mit Mitglieder Fritz Kolb und Hermann Grimm sen. zu Ehrenmitgliedern des Badischen Schützenverbandes ernannt. An der 1200- Jahrfeier der Gemeinde Plankstadt beteiligte sich der Verein mit einer Gruppe. Die 1200-Jahrfeier war auch Anlaß für den KKS die Hubertusfeier des Sportschützenkreises Schwetzingen im Gasthof "Adler" auszurichten.
Am
20. April 1974 wurde in einer von zahlreichen Gästen besuchten
Feierstunde in Anwesenheit von Bgm. Weick und Gattin sowie des
Vertreters des Badischen Sportschützenverbandes, Landesschützenmeister
Blesch und zahlreicher Vertreter der örtlichen Vereine der
Pistolenstand eingeweiht. In seiner Ansprache skizzierte
Oberschützenmeister Harry Mäulen die Entstehungsgeschichte der neuen
Schießanlage. Bereits 1965 wurden Pläne zum Bau eines Pistolenstandes
diskutiert. Während der Mitgliederversammlung am 26.2.1966 stimmten die
Mitglieder nach ausführlicher Debatte für das Vorhaben. Im März 1967
ging das Baugesuch an die Behörden. Die dann neu in Kraft getretenen,
verschärften Sicherheitsvorschriften verzögerten das Eintreffen der
Baugenehmigung bis zum 26.10.1968. Die Vorbereitungen zum 40jährigen
Vereinsjubiläum, die notwendigen Reparaturarbeiten am Schützenhaus
sowie an den KK- und LG-Ständen verzögerten erneut den Baubeginn. Der
Kostenvoranschlag erhöhte sich in der Zwischenzeit von 54 000 DM auf
570 000 DM.
Ende 1972 stand jedoch bereits der Rohbau und am 5.12.1973 erhielt der Verein den Freigabebescheid des Regierungspräsidiums.
Oberschützenmeister Mäulen dankte dem Gemeinderat und Bgm. Weick für den Zuschuß aus Gemeindemitteln sowie allen Spendern und Gönnern. Besonders hob er die Opferbereitschaft der Schützenbrüder hervor, die in mehr als 5000 Arbeitsstunden diese Anlage errichtet haben. Anschließend ehrte er für besondere Verdienste: Heini Michl, Dieter Wolff, Edgar Berlinghof, Rudi Kurrer, Manfred Treiber, Leopold Engelhardt, Hermann Kessler, Fritz Schneider, Gerhard Rück und Fritz Hartmann.
Die goldene Ehrennadel des Bad. Sportschützenverbandes erhielt Rudi Kurrer, die Ehrennadel in Silber Dieter Wolff, Leopold Engelhardt und Gerhard Rück. Walter Chladek erhielt für besondere Verdienste die Vereinsehrennadel in Silber. Die Schützenkameraden Jakob Ochs und Alois Mehr wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt.
In seiner Ansprache überbrachte Bgm. Weick die brandneue Nachricht, daß Plankstadt selbständig bleiben würde, so daß dieser Tag in zweierlei Hinsicht ein bedeutungsvoller sei. Er lobte Opfersinn der Mitglieder, überreichte einen Ehrenteller der Gemeinde und eröffnete damit die lange Gratulationscour der örtlichen Vereinsabordnungen und auswärtigen Schützenvereine.
Im selben Jahr mußte der KKS den Tod des verdienten Schützenkameraden
und Ehrenmitgliedes, Hermann Grimm, beklagen.
Ein weitreichender Um- und Neubau in den Jahren 1991 bis 1996 unter dem Vorstand Edgar Berlinghof forderte die finanziellen und personellen Kräfte des Vereins in hohem Masse. Doch das Ergebnis war den Schweiss der Edlen wert. Hans-Josef Lakatos führte das Werk seines Vorgängers bis 2007 fort und gab sein Amt an Jürgen Weiland weiter.